{"id":605,"date":"2018-03-28T12:16:46","date_gmt":"2018-03-28T12:16:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ungarndeutsche.de\/wp\/?page_id=605"},"modified":"2018-03-28T12:16:46","modified_gmt":"2018-03-28T12:16:46","slug":"die-wigatscher-mundart","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.ungarndeutsche.de\/wp\/treffpunkt\/sprache-und-mundarten\/die-wigatscher-mundart\/","title":{"rendered":"Die Wigatscher Mundart"},"content":{"rendered":"<h3><\/h3>\n<table style=\"font-weight: 400;\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"100%\">Die Wigatscher Mundart geh\u00f6rt zu der so genannten mittelbairischen \u201eui-Mundart&#8220;. Daneben gibt es auch einen mittelfr\u00e4nkischen Einschlag. Sprachverwandt sind wir au\u00dfer mit unserem Herkunftsgebiet im Heideboden und Burgenland zum Teil mit Jerking\/Gy\u00f6rk\u00f6ny, mit Loisch(komorn)\/Lajoskom\u00e1rom und Pu\u00dftawam\/Pusztav\u00e1m. Ein Gro\u00dfteil dieser Gemeinden kam ebenfalls im 18. Jahrhundert, wie auch die Wigatscher, aus dem erw\u00e4hnten Gebiet.<br \/>\nInteressant sind besonders die W\u00f6rter, die mit \u201eezn&#8220; enden, z.B. himlezn = himmlitzen, .wetterleuchten&#8216;, schoarezn = knirschen mit den Z\u00e4hnen usw. Diese T\u00e4tigkeitsw\u00f6rter finden wir auch im Wegscheider Land n\u00f6rdlich von Passau. Den dokumentierenden Zeitungsausschnitt schickte mir vorJahren Laci, unser Wigatscher Dr. Takacs, aus Passau zu. In der \u201ePassauer Neue(n} Presse&#8220; schrieb Volker Stutzer: Die auf \u201eezn&#8220; endenden T\u00e4tigkeitsw\u00f6rter, eine sprachliche Besonderheit dieses Raumes, (anderswo gibt es sie nur vereinzelt), sind sehr alte Sprachformen, deren Herkunft noch nicht voll erkannt ist. Sicher ist, da\u00df sich darin fr\u00fchmittelalterliche Sprachgebilde erhalten haben. In unserer Mundart fand ich f\u00fcnfzehn solche W\u00f6rter. Man k\u00f6nnte fast vermuten, dass unsere Vorfahren oder zumindest ein Teil davon aus diesem Landstrich der Donau entlang nach Burgenland und Westungarn kamen.<br \/>\nMein wichtigstes Anliegen ist, dass die W\u00f6rter lautgetreu, phonetisch korrekt und auch f\u00fcr den Laien leicht verst\u00e4ndlich wiedergegeben werden. Die Diphthonge (Zwielaute) \u201eui&#8220;, \u201eoi&#8220; usw. habe ich als \u201euj&#8220;, \u201eoj&#8220; usw. geschrieben. Somit k\u00f6nnen sie auch \u201eNichteingeweihte&#8220; leichter \u00fcbermittelt bekommen. Beispiel: Wenn man das Wort \u201esu:ja&#8220; (suchen) mit \u201eui&#8220; geschrieben h\u00e4tte, so w\u00fcrde man es wom\u00f6glich \u201esu:ia&#8220;, also falsch aussprechen.<br \/>\nDa es verschiedene Lautschriftsysteme gibt, k\u00f6nnen die Zeichen (Buchstaben) f\u00fcr die einzelnen Laute, die in diesem Buch verwendet wurden, von denen in anderen W\u00f6rterb\u00fcchern abweichen. Die hier verwendete Lautschrift basiert auf dem latainischen Alphabet. Laute der Wigatscher Mundart, die in der deutschen Umgangssprache nicht vorkommen, werden mit modifizierten Zeichen des lateinischen Alphabets wiedergegeben.<br \/>\nWenn man bedenkt, dass wir z. B. drei verschiedene a-Laute und vier verschiedene \u201ee&#8220;-Lautqualit\u00e4ten haben, so ist in diesem Fall die Anh\u00f6rung eines Tontr\u00e4gers am sichersten.<br \/>\nDass ich die Internationale Lautschrift \u201eAssociation Phonetique Internationale&#8220; (API) nicht verwendet habe, hat zweierlei Gr\u00fcnde:<br \/>\na. F\u00fcr einen Unge\u00fcbten ist sie schwer zu lesen.<br \/>\nb. Eine geeignete Schreibmaschine oder Computer stand mir nicht zur Verf\u00fcgung.<br \/>\nDr. Josef Schwing, Phonetiker und Germanist, wollte mir freundlicherweise seine Diskette f\u00fcr die API-Schrift zur Verf\u00fcgung stellen. Wir haben uns leider zu sp\u00e4t, als ich meine Arbeit schon geschrieben hatte, kennengelernt. Die Arbeit noch einmal zu schreiben war mir einfach zuviel. Ich hoffe, dass dieses B\u00fcchlein seinen eigentlichen Zweck trotzdem erf\u00fcllt.<br \/>\nBei Herrn Prof. Dr. Karl Manherz (Universit\u00e4t Budapest) und Herrn Dr. Josef Schwing bedanke ich mich auf diesem Wege herzlich f\u00fcr ihre Unterst\u00fctzung. Ebenso bei einigen \u201eWigatscher Menischer&#8220;, die mir bei dem einen oder anderen fehlenden Wort halfen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"100%\">Quelle: Mathias Schmausser &#8211; &#8222;So r\u00e9:dn mie&#8220; &#8211; Die Mundart von Wigatsch\/Bik\u00e1cs, Ungarndeutsches Archiv 5, S. 9-10; ELTE Germanistisches Institut, Budapest 2005, 107 S.\u00b4Mit Einwilligung des Autors (2007)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wigatscher Mundart geh\u00f6rt zu der so genannten mittelbairischen \u201eui-Mundart&#8220;. Daneben gibt es auch einen mittelfr\u00e4nkischen Einschlag. 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