{"id":171,"date":"2018-04-08T12:04:46","date_gmt":"2018-04-08T10:04:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ungarndeutsche.de\/wp\/hu\/?page_id=171"},"modified":"2018-04-08T12:04:46","modified_gmt":"2018-04-08T10:04:46","slug":"kik-a-magyarorszagi-nemetek-ii","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.ungarndeutsche.de\/wp\/hu\/toertenelem\/a-magyarorszagi-nemetek-toertenete\/kik-a-magyarorszagi-nemetek-ii\/","title":{"rendered":"Kik a magyarorsz\u00e1gi n\u00e9metek? II"},"content":{"rendered":"<table style=\"font-weight: 400;\" width=\"99%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" width=\"99%\">Wer sind die Ungarndeutschen? II<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" width=\"99%\">Als Ungarndeutsche bezeichnet man jene auslandsdeutsche Volksgruppe, die in Ungarn nach den Grenzen des Trianoner Friedensvertrages (1920) beheimatet war.<\/p>\n<p>Bei der letzten Volksz\u00e4hlung, die vor der Vertreibung im Jahr 1941 durchgef\u00fchrt wurde, gaben 477.000 Personen deutsch als Muttersprache an (5,1 % der Landesbev\u00f6lkerung) und 303.000 Personen bekannten sich zur deutschen Nationalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Der weitaus \u00fcberwiegende Teil lebte auf dem Lande in vier mehr oder minder zusammenh\u00e4ngenden. Siedlungsgebieten, und zwar (Personen mit deutscher Muttersprache):<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"68%\">in der sog. Schw\u00e4bischen T\u00fcrkei (Komitate Baranya, Tolna und Somogy)<\/td>\n<td width=\"30%\">182.600 Personen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"68%\">in der Hauptstadt Budapest und im Ungarischen Mittelgebirge (Ofener Bergland, Schildgebirge, Bakonyer Wald)<\/td>\n<td width=\"30%\">165.600 Personen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"68%\">im Gebiet zwischen Donau und Thei\u00df (Batschka. und Banat)<\/td>\n<td width=\"30%\">57.900 Personen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"68%\">in Westungarn (Komitate Gy\u00f5r-Moson-Sopron)<\/td>\n<td width=\"30%\">51.100 Personen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"68%\">\u00fcbrige Gebiete (in Streusiedlungen)<\/td>\n<td width=\"30%\">19.800 Personen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" width=\"99%\">Unter Ber\u00fccksichtigung von Ungenauigkeiten dieser Volksz\u00e4hlung gehen seri\u00f6se Sch\u00e4tzungen von insgesamt etwa 600.000 Ungamdeutschen f\u00fcr das Jahr 1940 aus.<\/p>\n<p>Schon seit der Staatsgr\u00fcndung Ungarns durch K\u00f6nig Stephan dem Heiligem um das Jahr 1000 kamen Deutsche ins Land. Die Geschichte der West-ungarndeutschen reicht sogar bis zur Zeit Karls des Gro\u00dfen zur\u00fcck (nach 800). Weitere Gruppen wurden in verschiedenen Epochen w\u00e4hrend des Mittelalters zum Aufbau des Landes gerufen. Besonders zahlreich waren die Kolonisten, die nach der Befreiung des Landes von der T\u00fcrkenherrschaft vorwiegend im 18. Jahrhundert in drei Sch\u00fcben, den sog. Gro\u00dfen Schwabenz\u00fcgen ins Land geholt wurden. Deren Nachkommen bilden die Mehrheit der Ungarndeutschen. Diese nahezu tausendj\u00e4hrige aufbauende V\u00f6lkerfreundschaft wurde durch die Vertreibung eines Gro\u00dfteils der Ungarndeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Noch vor dem Kriegsende wurden zur Jahreswende 1944\/1945 etwa 65.000 arbeitsf\u00e4hige Ungamdeutsche zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion deportiert. Nach ungarischen Angaben fanden dort etwa 16.000 von ihnen den Tod. Ebenfalls noch w\u00e4hrend des Krieges ordnete die ungarische lnterimsregierung im Rahmen der Bodenreform die Enteignung des landwirtschaftlichen Besitzes, einschlie\u00dflich der Wohngeb\u00e4ude und des Inventars der deutschst\u00e4mmigen Bev\u00f6lkerung an und forderte von den Siegerm\u00e4chten deren Vertreibung aus dem Lande, was im Potsdamer Abkommen vom August 1945 auch genehmigt wurde.<\/p>\n<p>Die erste demokratisch gew\u00e4hlte ungarische Regierung bestimmte in einer Verordnung vom 22. Dezember 1945 unter dem Vorwand der Kollektivschuld die Vertreibung der Ungarndeutschen, die bei der Volksz\u00e4hlung von 1941 entweder deutsch als Nationalit\u00e4t oder deutsch als Muttersprache angegeben hatten. Damit waren etwa 90% von Heimatverlust bedroht. Im Januar 1946 begannen die ersten Aussiedlungen in die amerikanisch besetzte Zone Deutschlands (L\u00e4nder Hessen, W\u00fcrttemberg-Baden und Bayern), bis die Milit\u00e4rregierung ab dem 1. Dezember 1946 die \u00dcbernahme weiterer Transporte verweigerte. In einem Bericht der Ministerpr\u00e4sidenten der amerikanischen Besatzungszone von 1947 wird die Zahl der aus Ungarn aufgenommenen Deutschen auf 176.000 beziffert.<\/p>\n<p>Auf Ersuchen der ungarischen Regierung an die UdSSR wurde die \u00dcbernahme von weiteren 50.000 Ungarndeutschen in die sowjetische Besatzungszone Deutschlands<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" width=\"99%\">genehmigt und ab 1947 bis Sommer 1948 gingen die Transporte dorthin. Insgesamt wurden rd. 49.306 Personen in die Sowjetische Besatzungszone, darunter 46.324 nach Sachsen, vertrieben. Viele fl\u00fcchteten von hier in die Westzonen, einigen gelang es auch, in die Heimat zur\u00fcckzukehren.<\/p>\n<p>F\u00fcr 1950 ergibt sich schlie\u00dflich das folgende Bild: insgesamt lebten 210.000 ungarndeutsche Vertriebene au\u00dferhalb ihrer Heimat, davon 175.000 in der Bundesrepublik Deutschland, 10.000 in der DDR, 20.000 in \u00d6sterreich und 5.000 in \u00fcberseeischen L\u00e4ndern, haupts\u00e4chlich in den USA und in Kanada. Von den in Deutschland ans\u00e4ssigen Vertriebenen lebten etwa 150.000 Personen in Baden-W\u00fcrttemberg. Von 1950 bis 1999 kamen 21.400 Ungarndeutsche als Aussiedler in die Bundesrepublik Deutschland. Die in Ungarn verbliebene Zahl der Ungarndeutschen wird mit 220.000 Personen angegeben, die bei \u00c4chtung ihrer Muttersprache in Schule, \u00d6ffentlichkeit und Kirche w\u00e4hrend der 50-er Jahre in ihren Nachkommen zu einer \u201estummen Generation&#8220; heranwuchsen, die in ihrer Mehrzahl weder ihre Muttersprache beherrschen noch das Bewusstsein des Ungarndeutschtums haben. Von den ehemals 300 deutschen Mehrheitsgemeinden Verblieben nur noch sieben.<\/p>\n<p>Von der sozialistisch-kommunistischen Parteiherrschaft wurde in den 50-er Jahren ein Verband der ungarndeutschen Werkt\u00e4tigen etabliert, der neben seiner vorrangig ideologischen Zielstellung zur Einbeziehung der Ungarndeutschen in das \u201esozialistische Aufbauwerk&#8220; aber auch die Kenntnis von der Existenz einer deutschen Volksgruppe im Bewusstsein einer breiteren \u00d6ffentlichkeit bewahrte. Das Ergebnis dieser Nationalit\u00e4tenpolitik war, dass bei der Volksz\u00e4hlung 1990 nur noch 37.500 Personen deutsch als Muttersprache und 30.800 Personen deutsch als Nationalit\u00e4t angaben.<\/p>\n<p>Nach dem Systemwechsel 1989\/1990 bildeten sich im Gefolge der Demokratisierung des \u00f6ffentlichen Lebens zahlreiche ungarndeutsche Gruppierungen und im Jahr 1998 etablierten sich 257 Minderheitenselbstverwaltungen. 30 Ungarndeutsche wurden 1998 sogar zu B\u00fcrgermeistern gew\u00e4hlt. Das Grundproblem des dauerhaften Erhalts der ungarndeutschen Minderheit, der ausreichende schulische Unterricht in der Muttersprache, konnte noch nicht befriedigend gel\u00f6st werden.<\/p>\n<p>Die nach Westdeutschland vertriebenen Ungarndeutschen haben tatkr\u00e4ftig am Wirtschaftswunder mitgewirkt. Sie bewahrten, sobald die M\u00f6glichkeiten gegeben waren, in Heimatortsgemeinschaften den Zusammenhalt und bildeten ungarndeutsche Landsmannschaften. Die in die DDR gelangten Vertriebenen hatten in der \u00d6ffentlichkeit keine M\u00f6glichkeit zur landsmannschaftlichen Bet\u00e4tigung. Aber auch sie haben die Verbindungen zur alten Heimat nie abrei\u00dfen lassen.<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich des 50-j\u00e4hrigen Gedenkens an die Vertreibung wurden viele Gedenksteine und Gedenktafeln in Deutschland und in Ungarn gestiftet. Allein in Baden-W\u00fcrttemberg wurden auf Initiative der Heimatortsgemeinschaften \u00fcber 100 Patenschaften zwischen baden-w\u00fcrttembergischen und ungarischen St\u00e4dten bzw. Gemeinden sowie \u00fcber 180 Schulpartnerschaften ins Leben gerufen.<\/p>\n<p>Die Ungarndeutschen verband mit den Banater und Sathmarer Schwaben aus Rum\u00e4nien und den Schwaben aus Jugoslawien ein gemeinsames Schicksal im historischen Ungarn bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Sie verstehen sich deshalb auch als Teil der Volksgruppe der Donauschwaben. (Siehe dazu auch den Artikel: Die Donauschwaben!)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" width=\"99%\">[nach Dr. Paul Ginder und Josef Brasch, erg\u00e4nzt von Dr. Emil Magvas, 31.07.2000]<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer sind die Ungarndeutschen? II Als Ungarndeutsche bezeichnet man jene auslandsdeutsche Volksgruppe, die in Ungarn nach den Grenzen des Trianoner Friedensvertrages (1920) beheimatet war. 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