25.04.2009


24.04.2009
10.09.2008

Erstes Biographielexikon der Ungarndeutschen


Eredetkutatás Iklad

lklader Familien – Geschichte ungarndeutscher Familien

Die Geschichte der Ungamdeutschen ist um ein umfassendes und wissenschaftliches Werk* reicher geworden. Wie uns der Bürgermeister der 2100 Einwohner zählenden Gemeinde lklad, István Madarász, informierte, ist ein 560 Seiten umfassendes zweisprachiges Buch unter dem Titel "lklader Familien" erschienen. Es handelt sich dabei um ein Unterfangen sondergleichen, betonte der Bürgermeister NZ gegenüber. Die langjährigen Bemühungen des Historikers István Asztalos und des vor einem Jahr verstorbenen Arztes Paul Brandtner trugen nun neue Früchte. Vor elf Jahren ist bereits eine ihrer beachtenswerten Arbeiten, "lklad, die Geschichte einer ungarndeutschen Siedlung", erschienen. Die Verfasser verewigen in ihrem jüngsten, zu Weihnachten herausgekommenen Band die Geschichte von 2453 schwäbischen und österreichischen Familien, deren Vorfahren vor 250 Jahren freiwillig oder gezwungenermaßen in lklad Zuflucht und Aufnahme fanden. Dem Leser wird von István Asztalos, dem langjährigen Leiter des Petõfi-Museums zu Asud/Aszód das historische Umfeld der Ansiedlungsaktionen der Jahre 1752 und danach tiefgründig erklärt. Dem damaligen Grundbesitzer, dem aufgeklärten reformierten Gedeon Ráday, war es zu verdanken, daß diese Menschen unweit von Asud eine Chance zum Neuanfang erhielten. 

Er setzte sich in mehreren Fällen persönlich für eine Familienzusammenführung ein. Über ein Vierteljahrhundert korrespondierte er mit dem Wiener Hof, um die Ausreise von zurückgehal tenen Familienmitgliedern der An siedler zu erwirken. Nachdem protestantische Untertanen in den Er bländern nicht bereit waren, ihren Glauben aufzugeben, mußten sie Österreich verlassen. Aber ihre minderjährigen Kinder durften nicht mit. Auch diese Schicksale fanden im Buch Niederschlag. Wir erfahren vieles über Niederlassung, Verwandtschaften, Stellung in der Dorfgemeinschaft, solange sie ihr angehörten. Neues erfahren wir auch über Mischehen zwischen Ungarndeutschen und anderen Volksgruppen von lklad. Das Material wird durch viele Fotos aus Archiven dokumentiert. Zielgruppe des Bandes ist außer Wissenschaftlern und Angehörigen der Volksgruppen vor allem die Jugend, die ein Stück mehr von der ungamdeutschen Geschichte erfahren soll, sagte uns der Verfasser. Herausgegeben wurde das Werk von der Gemeinde lklad. Weitere Informationen dazu im Gemeindehaus. Es ist nur zu wünschen, daß das Buch von vielen und vielerorts gelesen wird.
Albin Lukács

*Asztalos István Brandtner Pál: lkladi családok Iklad, 2002, 560 S.

Aus: Neue Zeitung, 6/2003, S. 6