13.10.2010

21.09.2008
13.09.2008


Ungarndeutsche Familiennamen 1

Zuletzt ergänzt am Dienstag, 29. Juli 2008. 

Adam (VN): Beliebter biblischer Vorname (hebräisch = Mensch aus Erde)
Ader (ÜN): ? Barbier, der früher zu Ader ließ (mhd. ‘aderlasser‘ > nd. ‘aderlater‘)
Ackermann (BN): Wie Ackerknecht die Bezeichnung eines pflügenden, ackernden Bauern im Dienste eines Grundherrn.
Aichele (ÖN): Deutet auf eine Wohnstätte in den Eichen hin.
Albecker (ON): < ON Albeck bei Ulm (h. Langenau)
Alberti/Alberty: patronymische Bildung (Genitiv der latinisierten Form Albertus) zu Albrecht
Albrecht = Adelbrecht < Adalbrecht < Adal + beraht > germ. ,brecht‘ glänzend
Altmann, Oltmann (ÜN): mhd. ,altman, oltman' alter, erfahrener Mann
Altrichter (BN): zusammengesetzt aus Alt (ein alter Mensch, hier: früherer) + BN, Richter (Jurist)
Ambach (ÖN): Ein Zusammenrückungsname nach der Wohnstätte ,am Bach‘
Ament, Amend(e) (ÖN): Am Ende der Straße oder des Ortes wohnend. (~ Ort(h)mann)
Ampelner (BN): Hersteller von Lampen und Gefäßen aus Zinn.
Amr|ain, -ein (ÖN): Ein Zusammenrückungsname nach der Wohnstätte ,am Rain‘ (Ackergrenze, wo der Wald beginnt; schweiz., südd. Abhang) > Amrain, Rain(er)
Amschl (BN): ua-Mundart ,Amschl‘ Amsel (Vogelname) > Amselfänger
Andelohr: zusammengesetzter Name: Andel (KF zu Andreas) + Ohr (auffällige Körpermerkmale)
Anderlei (ÖN): Lay (ON und ÖN); Ley = Schieferfelsen, (Wein-)lage > ÖN, An der Lei wohnend.
Andorfer (ON): Der Vorfahre der Andorfer stammt aus Andorf, einem Dorf in Oberösterreich (unweit von Passau). Heute häufig in S-Deutschland (Baden-Württemberg, besonders in Niederbayern)
Angeli (VaN): Patronym zu Angelus (dt. Engel)
Antretter (ÖN): Antrat, Antritt sind Höfe in Tirol; trat, tret = Weidetrift; Höfe mit Weidewechselwirtschaft. Kommt heute in Leverkusen, Köln, Lippstadt u. a. vor.
Arnold (VN): germanischer Rufnamen
Artner = Ortner
Aubele, Aubeli(n) (VN): alemannisch-schwbäbisch für den männlichen VN Albrecht (der an Adel Glänzende). Heute häufig in Oberschwaben, Baden-Württemberg u. a.
Auer (ÖN): Von der Wohnstätte in einem flachen Wiesengelände (= die Au, Aue); als FN oft in München, Mainz, Würzburg, Baden-Württemberg.
Auth (BN): durch Ausfall des h aus mhd. uhte, uohte »Nachtweide« entstandener Berufsübername (vgl. Auchter: Berufsname. Im oberdeutschen, vor allem im alemannischen Bereich bedeutete auchten das Vieh zur Aucht, zur Nacht- bzw. zur Frühweide (mhd. uhte, uohte) führen. Der Auchter war also der Frühweidehirt.«.)
Ay(rer) (BN): obd. der Eierhändler, -verkäufer < mhd. ,eieræ‘; Ay ist die Kurzform von Ayrer, Airer.
Bach: 1) WN für jemanden, der an einem Bach wohnte. 2) HN zu dem häufigen ON Bach
Bacher, Bächer (ÖN): 1) Nach der Wohnstätte am Bach; 2) auch nach ON Bach und mit der Endung -bach; bayer. Pacher
Bachmann (WN): Nach der Wohnstätte am Bach, einer, der am Bach wohnt.
Baldauf (ÜN): obd. 1329 Baldolf in Württemberg, 1438/39 Balduffe, Balduf, Balluf, Ballauf, Pallauf; mhd. ,balden‘ eilen, ,balde‘ verwegen, schnell, kühn + ,-(w)olf‘ Wolf > Übernamen in Anlehnung an mhd. balde »schnell« und mhd. uf »auf« (etwa »der schnell aufsteht, Frühaufsteher«).
Banner (ÜN): mhd. banier(e), mnd. ban(n)er »Banner, Fahne als führendes Zeichen einer Schar«. > Fahnen-, Bannerträger
Bargel (WN): nnd. Barg = Berg, In N-Deutschland häufig vorkommender FN. Vermutlich nach der Wohnstätte auf einem kleinen Barg; s. auch Bergel!
Barthold: germanischer Personen-name (~ Bartheld, Bartels)
Basch (VN): Kurzform zu Baschtian < Sebastian
Baudendistel: Berufsname in Satzform („Bau den Distel"), Distelanbauer: Ein Bauer, der viele Disteln in seinem Acker hatte? Heute in Baden-Württemberg anzutreffen.
Bauer (BN): Ähnlich wie Schmidt usw. deutet dieser Name auf den Beruf seines ursprünglichen Trägers hin.
Bauernhuber: BN für einen Bauern, der auf einer Hufe wirtschaftete. Siehe Huber!
Baumgartner (WN): An einem Obst- oder Baumgarten wohnend, auch Besitzer von solchen (Obstgärtner)
Baumstark: stark wie ein Baum
Baus: mhd. bus »Fülle« oder zu mhd. busch > Bausch, Beule, Hügel: 1) ÜN, jemand mit dicken Backen, 2) ÖN, nach der Wohnstätte auf einer Anhöhe, Hügel, (s. auch Paus, Höbaus), 3) ON, Bausen, Bous u. a.
Bayer (HN): 1) Jemand, der aus Bayern stammt. 2) Seltener: Kaufmann, der Handelsbeziehungen dorthin unterhielt oder häufig dorthin reiste. Siehe auch Payer!
Beber (ÜN): md. für Biber
Becht, Bechtel (KF): Kosename zu Bechtold; auch Bechtle
Bechtold (RN): < Berthold: aus dem gleich lautenden, im Mittelalter besonders im süddeutschen Raum beliebten Rufnamen (beraht + walt) entstandener Familienname. Aus der Vollform ist der niederdeutsche Familienname Barthold hervorgegangen. Im ober- und mitteldeutschen Raum begegnen uns die Varianten Berchtold, Perchtold, Perthold, Bächtold.
Beck, Becker: BN Bäcker
Behringer, Beringer (ON): Einer, der aus Behringen oder Böhringen/Württemberg stammt.
Beigelbeck, Beiglbeck (BN): Bäcker, der sich auf das Backen von Beigeln (Mohn-, Nußrollen) spezialisiert hat. Heute in München und Umgebung, Baden-Württemberg (Geislingen, Backnang)
Beller (ÜN): obd.-württ. Beller, Peller = Zänker < mhd. ‘bellen‘ keifen, zanken, streiten (s. auch Peller)
Benesch (VN): Tschechisch für den männlichen Vornamen Benedikt (= lat. der Gesegnete) Benisch
Benisch (VN) = Benesch, beliebte KF von Benedikt mit slaw. Suffix.
Berber (ON): Herkunft aus dem Ort Berber b. Kevelaer
Berend, Berendi ist vom VN Bernd, Bernhard, Behrendt abzuleiten. In den Kanzleien könnte das t mit einem i verwechselt worden sein, so dass aus dem Vomamen Behrendt ein scheinbar ungarischer Familienname Berendi entstand. Heute häufig in SW-Deutschland (Trier, Saarburg, Mettlach, Saarbrücken, Mainz), aber auch in Hamburg, Berlin, München, Duisburg.
Bergel (ON): nach einem ehemaligen ON in Bayern entstandener FN.
Berger (ÖN): Nach der Wohnstätte am Berge, am Berg Wohnender; eventuell auch Bergmann, Grubenarbeiter (> Hornyák, Huj)
Bergmann: 1) ÖN: jemand, der am oder auf dem Berg wohnte; 2) Nach ON wie Berg, Berga, Berge, Bergen; 3) BN für den Arbeiter in einem Bergwerk oder in einem Steinbruch
Bernwallner (ÖN): Bern = Bären, Wallner = Waldner > der aus dem Bärenwald. Heute in Rottenburg, Freiburg i. Br., Pocking.
Bertschi (KN): alem.-schwäb. Kosename zu Berthold; solche Familiennamen sind auch Bersch, Bertsch(i), Bertschmann, Birtsch(i), Betsch(el) und Beß, Besse. (s. auch Pertschi)
Biber, Bieber: 1) ÜN für den Biberjäger; 2) Vereinzelt nach den ON Biber (Bayern, Österreich) oder Bieber (Hessen) oder Hausname.
Bierbaum (ÖN): nach der Wohnstätte am Birnbaum < mhd. ,birboum‘
Bindorf(f)er : ? nach ON Bindorf
Birck, Birk 1) WN für jemanden, der unter Birken bzw. bei einer auffälligen Birke wohnte; 2) HN zu ON wie Birk, Birka, Birken.
Blandl: bay./österr. KF zu Blanda, Blandine; < (lat. blandus, -a, -um »schmeichelnd, liebkosend; freundlich; reizend«)
Blaschek (VN): slawische Form von Blasius (zu Blazek) [ung. Balázs]
Blaufinger (BN): Meint einen Menschen mit blauen Fingern, wie etwa den Blaufärber. Blau ist z. T. auch jüdisch und bedeutet ,jung‘. Finger deutet nicht nur auf auffällige Finger hin, sondern steht auch für ,Fingerring‘, d. h. Goldschmied, der Ringe herstellt. 
Blaumann (BN/ÜN): 1) Name für den Blaufärber (BN); 2) Name für Menschen mit blauer (Berufs)Kleidung (ÜN)
Bleier, Bleyer, Pleier (BN): Blei, Bley > Bleier, Bleyer = Bleigießer, Bleiarbeiter
Böhm (HN): Abstammung > der Böhme, Tscheche (auch: Pehm); manchmal auch auf die Beziehung nach Böhmen hindeutend.
Bohn, Bon 1)(ÜN) Bohnenzüchter; 2) Spottname; 3) verkürzte Form von Bonifatius
Boos (ON): FN zu dem häufigen Ortsnamen Boos (v. a. in S-Deutschland).
Börner (BN): mhd. ,bornen, burnen, brennen‘ anzünden, mit Feuer verwüsten > für den Aschen-, Branntwein-, Kalk-, Kohlen- und Ziegelbrenner
Bös (ÜN): obd. Bös, Böß; auch Böse; Bezieht sich auf den Charakter eines Menschen = schlecht, böse. Kommt auch in Verbindung mit Substantiven vor wie: Böseflug, Bösepfennig etc.
Bott: (BN) "Bote" Briefbott
Botz (ÜN): 1) Wie Butz = Knirps (kleiner Bube, Junge oder Mann), Poltergeist (~ Butzmann); 2) KuF und KF von Burkhard Botz, Bötz, Butz
Botzheim: 1) Nach Mitteilung von István Botzheim (9. Aug. 2006) stammt der Name von dem elsässischen Dorf Botzheim am Rhein ab. Er schreibt weiter: "Der Dorfname stammt von dem deutschen Namen Bodo und vom Wort Heim. Übrigens, sind die Botzheim's 'Unterelsaessischer Uradel mit dem Stammhause Bootzheim bei Markolsheim, der mit Craft von Botzheim, Domhern zu Basel, 13.10.1309 Urkundlich zuerst erscheint...' GENEALOGISCHES HANDBUCH DES ADELS Adelslexikon Band II. C.A.Starke Verlag 1974; 2) vermutlich ÖN abgeleitet aus Botz + -heim = Jemand, der in einem kleinen Heim wohnte.
Brand: PN Brand (< KuF zu PN Hilderbrand)
Brandl: KF zu Brand
Brambauer: aus Bram und Bauer zusammengesetzter FN: Bram = mnd. ,bram‘ Besenginster oder Brombeere bzw. mhd. ,brame‘ Dorngesträuch; Brahm bedeutet auch Sumpf, Gebüsch. Ein Bauer, der seinen Hof an einem Sumpf oder Gebüsch hatte.
Brandhuber (BN): 1) ? < PN Brand (< KuF zu PN Hilderbrand) + BN Huber; 2) ? < Bauer, dessen Hufe mit Brand gerodet wurde.
Braneburger (ON): vermutlich auf den ON Brannenburg/Oberbayern zurückgehender FN.
Brasch (ÜN): mnd. ‘brasch‘ Lärm > ndd. ,Braasch, Brasch‘ Polterer, Lärmer
Breitenstein : ON (Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, etc.
Bresch:1) HN zu dem Ortsnamen Bresch (Brandenburg) 2) ÜN zu mnd. »bresch, brasch« Krach, Gebrüll, Lärm, lärmendes Gepränge
Braun (ÜN): Familienname, der sich auf die Augen-, Haar- oder Bartfarbe des Trägers bezieht.
Brecht, auch Brechtel, Brechtle: KF zu Albrecht (s. dort)
Brind(e)l (ÖN): ~ Bründel
Brothag Zusammengesetzter Name: Brot (ÜN für Bäcker) + hag (Hag = Hecke, Gebüsch u. a.) = Bäcker an der Hecke
Bruder: Aus vertrauter Anrede entstandener Familienname ( < slaw. Pratz).
Bründel (ON): ON Bründeln oder ÖN Bründel < ua-Dialekt ‘Bründel, Brindel‘ Quelle > an der Quelle Wohnender 
Brunner (ON): obd. zu den vielen ON Brunn (Brünn) in Bayern und Tirol; eventuell am Brunnen wohnend oder Brunnengräber, -mann. Heute anzutreffen in Franken und im übrigen S-Deutschland.
Brunnthaler, Bruntaller: (ÖN) Einer im einen Tal mit Brunnen Wohnender. Mit -th geschrieben kommt er v. a. in Alt-Bayern vor.
Bundschuh (ÜN): Schnürschuh der Bauern im Mittelalter; beim Bauernaufstand 1525 Feldzeichen der Aufständischen; Schnürschuhträger oder aufrührerischer Mensch(?). Heute v. a. in N-Baden und im übrigen Baden-Württemberg weitverbreitet.
Burger, Burgert (BN und ON): mhd. ,burgære, -er‘ Bewohner einer Burg, Bürge; auch ON Burg > Burger; mit -t ostd. Variante
Busch(ÖN): mhd. busch, bosch(e) ,Busch, Gehölz, Wald‘ > für einen, der am Busch wohnt
Buser: ÜN, Schwelger
Butsch: alemannische Koseform zu Burkhard
Ciwis, Civiß: Könnte vom lat. Wort Civis = Bürger kommen, aber wahrscheinlicher ist die Herkunft von den PN Zerbiß, Zerfaß, Zervas, Zirfaß < Servaes, Servatius. Demnach wäre Civiß eine KF des Vornamens Servatius. Heute in Leverkusen, Krefeld u. a.
Czerny (ÜN): slaw. ,czerny‘ Schwarz, d. h. ein Mensch mit dunklen Haaren
Csulits: slaw. VaN zu Csul (S. 96 in: Ungarische Familiennamen im deutschen Sprachgebiet)
Danninger (ÖN): VaN zu Tann, d. h. jemand, der im Tannenwald wohnt.
Dantmann (BN): Tandler, Trödler mit getragener Kleidung handelnd. Heute in Oberbayern anzutreffen.
Deberling (BN): Vermutlich von Däbeler, Däbel (Mecklenburg) = mnd. dobeler »Würfelspieler, Würfeldrechsler. Heute in Baden-Württemberg (Heidenheim, Weil der Stadt, Ditzingen u. a.) vorkommend.
Deckmann (BN): wird von Decke > Decker > Dachdecker abgleitet: Kurzform Deck + Suffix -mann
Deibel (ÜN): mnd. ,duvel‘ Teufel < böser, ungläubiger Mensch; auch Deubel, Teubel, Deifel, Teifel, Toifel
Denke, Dencke: 1) KF von Rufnamen, die mit dem Namenwort ›thank‹ gebildet sind (z.B. Dankward[t]); 2) Nach dem ON Denkte (Niedersachsen).
Denner (zu Tanne): Bewohner einer mit Tannen bestandenen Gegend (Flurname) oder vom ON T(h)ann (~ Don, Stuhldon). In ganz Deutschland weitverbreitet.
Dermer (wie Darmer): slaw. PN
Detrich (PN): verm. eine Form von Dietrich (< Volksheld Dietrich von Bern < Name des Gotenkönigs Theoderich, 5. Jh.)
Deutsch (HN): In Grenzgebieten mit gemischter Bevölkerung ‘der Deutsche‘, Stammesname
Dietsche/Dietschi: 1. Bedeutete ursprünglich Kloster-, Kirche- in Verbindung mit Schuler (= Schüler) »Kloster-, Kirchenschüler, angehender Kleriker, Student, Scholar«. Aus einer alemannischen Koseform von Rufnamen, die mit »Diet-« beginnen (z. B. Dieterich < s. Detrich), entstandener Familienname. Oft anzutreffen in Mönchengladbach und Umgebung. Auch in Todtnau und Umgebung (S-Schwarzwald). Ungarn wurde daraus Décsi.
Dimmlinger (ÜN): Dimmel [ = bair. Demmel = der Schlemmer <  mhd. ,demmen‘ schwelgen] + VaN-Suffix -inger > Sohn des Schlemmers
Dollenstein (ÖN): verm. von Dohlenstein abgeleiteter Name > Jemand, der am Dollenstein wohnt.
Dörr (ÜN): Kommt in SW-Deutschland (Saarland, Pfalz) vor und bedeutet dürr > der Dürre, der Magere; auch Doerr, Derr, Dirr (Sachsen, Österreich)
Dresel: 1. Aus einer Koseform von Andreas entstandener Familienname. 2. Herkunftsname zu dem Ortsnamen Dresel (Nordrhein-Westfalen). Auch: Tres(e)l. Tresel und Tressel bzw. Dresel und Dressel werden vielfach miteinander gleichgesetzt.
Dressel: verschliffene Form von Drechsel. BN zu mhd. dræhsel »Drechsler«. Außer den Holzdrechslern, die z. B. hölzerne Becher und anderen Hausrat herstellten, aber auch beim Hausbau mitwirkten, gab es im Mittelalter noch die Metalldrechsler, die zu den Rotschmieden gehörten und Messingwaren bearbeiteten, des Weiteren Bernstein-, Bein-(Knochen-), Horn- und Elfenbeindrechsler. Drechsel ist a. 1302 in Nürnberg bezeugt. Weitere Formen: Dressel, Drexel. Auch: Tress(e)l
Dresch (ÜN): verm. Kurzform zu BN Drescher (Jemand, der mit dem Dreschflegel Getreide ausdrischt.)
Drexler (BN): Abgewandelte Schreibweise des BN Drechsler (> auch Tressel)
Eber: 1) KU von RuN, die mit »Eber-« beginnen (wie Eberhard); 2) ÜN nach der Tierbezeichnung für einen starken Menschen; 3) Hausnamen (»Zum Eber«)
Eberle Aus der schwäb. KF zu VN Eberhard entstandener FN.
Ebert: VN Eberhart (> bei Eberhardt)
Eberhardt (VN): Nach dem mhd.Vornamen Eberhard = stark wie mhd.Vornamen Eberhard (= stark wie ein Eber). Heute in Dortmund, Düsseldorf, Hannover, Nürnberg, Stuttgart, München, Würzburg, Bruchsal.
Eck(e)l (VN): einst beliebte KF zu Eckehard
Ecker (ÖN): nach der Wohnstätte an der Ecke; auch Egger; auch KF Eckhardt
Eckler 1) VaN zu Eck(e)l; 2) Gelegentlich HN zu dem ON Eckel (Niedersachsen, Rheinland-Pfalz)
Edel, Edl (ÜN): 1) Meint den Freien, Nichthörigen, auch den Vornehmen, Adligen (Graf - Ritter - Edelmann). 2) KF zu Albrecht oder zu Adelheid
Eder: 1) obd. ON zu mhd. ,de‘ unbebauter und unbewohnter Grund; 2) Im alemannischen und niederdeutschen Bereich Wohnstättenname zu mhd. ,ëter‘ geflochtener Zaun, Umzäunung (um einen Hof oder eine Ortschaft), mnd. ,eder‘ geflochtener Zaun, das eingezäunte Feld. 3) HN zu den häufigen ON Ed, Edt, Öd, Oed, Eder (Bayern, Österreich)
Ederle: 1) Aus der schwäb. KF zu VN Edel < Albrecht entstandener FN. 2) schwäb. KF zu Eder (= Öder) < häufiger Flur- und ON
Ehrenreiter (ON): < ON Ehrenreith/Bayern
Eger: 1) obd. zum Bach- und ON Eger, Egerer, Egern; 2) Eger: BN für den eggenden Bauern
Eich: 1) ÖN zu mhd. »eich« Eiche: »wohnhaft unter Eichen oder bei einer großen Eiche«. 2) ON Eich, Eiche, Eichen. 3) Manchmal auch ein Hausname
Eichardt, Eichhardt (ÜN): Hart wie die Eiche, ein starker, ausdauernder Mensch. In Berlin, Erfurt, Münster, Schwerin, Ludwigshafen, Kandel u. a.
Eicher (ÖN): obd. Eich < Eicher < Eichler < Eichner (alle deuten auf die Wohnstätte unter den Eichen hin)
Eichhorn (ÜN) <z. T. Hausname, z. T. Mensch, der Vorräte sammeltEckhard
Eigner: Besitzer eines Eigengutes im Gegensatz zum Erblehen; in Tirol auch oft Hofname. In ganz Deutschland weitverbreitet.
Eipl, Eybel, Eibl (ON): Bewohner eines Hauses am Eibengehölz (Flurnamen). Heute vor allem in O-Deutschland und Berlin sowie in Dortmund vorkommend. (Siehe: Ybl)
Eisele: gebildet von isen ,Eisen‘ > Isenlin, Isely, Iseke > Eisel(e), Eisenmann > Rufname Isan[hart] oder ÜN eines Schmieds/Eisenhändlers
Eisenbart(h): ÜN seit dem Mittelalter Isenbart < eisenharter Mensch oder der Eisenschmied
Eisenbeck: ältere Ableitung für jemand, der aus einem Ort namens Eisenbach (Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg) stammt.
Eiser: Eisenmann, -händler
Ellbacher (ÖN): am Ellbach wohnender Mensch (Bach in Saarlouis/Saarland)
Ellinger (ON): Herkunft aus Ellingen (Brandenburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Bayern), Elling (Österreich)
Elmauer: ON, aus Elmau
Elser: ON Elsen, Elsa; ÖN Els = Erle
Emke (PN): = Ehm(c)ke; 1) Beide sind Varianten zu den PN Eimicke, Eimcke, Eime(n), Eims. 2) Emke/Amke sind KF zu Amal[gard]. V. a. in N-Deutschland verbreitet.
Emmer (ÜN): 1) obd.-bair. Emmer (eine alte Weizenart), ein Bauer, der Emmer angebaut hat. 2) geht auch auf das bair. Wort 'Emmer, Eimer und ein altes Hohlmaß zurück. 3) Aus dem alten deutschen Rufnamen Agimar (agi + mari) entstandener FN.
Endres (VN): obd. Formen für Anders, Andres = Andreas (= der Männliche oder der Nacheifernde). Heute in Bayern (Würzburg), Baden-Württemberg, Saarland; Kassel.
Engel (KN): z. T. KN zu Engelhard, z. T. auch Hausname (mit einer Engelstatue oder -gemälde im Hausgiebel)
Engländer (HN): auch Englender; Jemand, der aus England stammt.
Erbeskorn (BN): Erbsenhändler; zusammengesetz aus Erbes (mundartl. Erwes = Erbse) und Korn (BN für Getreidehändler).
Erkel (PN): Wie Ergele, Erk, Erken(s), Erkmann Kurzform zum german. PN Erkenbrecht bzw. Erkenger.
Erl: germ. ›erl‹ freier Mann, edler Krieger
Erne(mann), Erni, auch Erny, Ärni: alemannisch-schweizerische KF zum germanischen RN Arnold, ursprünglich: Arnwalt (Arn = Adler, walt = Gewalt)
Ernst (PN): deutscher RN (ahd. ernust »Ernst, Eifer; Kampf, Sorge«)
Etter(er) (ÖN): nach der Wohnstätte am Etter, mhd. eter ,Dorfzaun‘ eter-zûn ,geflochtener Gartenzaun‘
Faulstich (ÜN): zu mhd. vul »faul, träge« und mhd. stich »Stich«, der am ehesten für einen wenig arbeitsamen Schneider oder Schuster aufgekommen ist.
Faust (ÜN): Wie obd./schwäb. Fäustle, Feistle, ndd. Fust, Füsting > Jemand, dessen Faust zu fürchten ist oder Faustkämpfer. < mhd., mnd. ,vust‘ Faust; selten lvon at. ,faustus‘ beglückend, günstig, Glück bringend
Fay, Fey(e): verkürzte Form des weiblichen Rufnamens Sophie (griech. »sophía« Weisheit); Als Rufname geht Sophie auf den Namen einer römischen Märtyrerin des 2.Jh. zurück, die im Mittelalter besonders im Elsass verehrt wurde.
Fechner (KF): Patronym zu Fech (Vech) < KF zu slaw. Venczlaw
Feil, Fail, Feiler (BN): Feilenhersteller, -schmied. In ganz Deutschland weitverbreitet.
Fein, Fain (ÜN): ,fein, höfisch vornehm‘ (in Benehmen und Kleidung) < mhd. ,fin‘ mit dem Ritterwesen aus Frankreich über die Niederlande ,fijn‘ zuerst am Rhein um 1200 anzutreffen.
Feith, Faith (VN): Veit(h): 1) römischer Name Vitus (? lat. vita »Leben«) > heiliger Vitus > weitere FN Vaith, Vaitl, Fait(h), Fei(d)t, Feix; 2) Amtsnamen zu mhd. voit »Rechtsbeistand, Verteidiger, beaufsichtigender Beamter, höherer weltlicher Richter, Gerichtsbeamter«.
Felber: ON Felben (mehrfach in Oberbayern und Schwaben) oder Felbern (Oberbayern, Österreich)
Feld: 1) ÖN zu Feld, Fläche, Ebene; 2) ON häufig
Feldhoffer (ÖN): nach der Wohnstätte am Feld < Hof auf dem Feld
Feller: 1) BerufsÜN zu mhd. »vël« Haut, Fell für den Fellhändler. 2) ON Fell bei Trier (Rheinland-Pfalz), Fellen, Felln (Bayern)
Fellner, Feldner (ON): zum mehrfachen ON Felden, Velden
Fend(t), Fendel, Fenderl: obd. FN < mhd. ,vende, vent, vendel(in)‘ Bube, Knabe, Fußknecht, im Schachspiel ,Bauer‘
Ferch (ÖN): Flurname an der Elbe bei Genthin (~ Ferchland, Ferchesar)
Ferling (ÜN): ? Ferkelhändler < mhd. ,verlin = verhelin‘ Ferkel
Fernekäs, Fernekeß (BN): »fem, firn« = Vojährig, alt, abgelagert (Schnee, Wein), Bauer, der reifen Käse herstellte. In der Pfalz (Worms, Mainz, u. a.) und im Saarland anzutreffen.
Fiebig(er): 1) WN zu mhd. vihewëc »Viehweg«, dem Weg, auf dem das Vieh zur Weide getrieben wurde. 2) HN zu dem ON Fiebig (Schlesien).
Fieder(er), Fider (BN): obdt.-schwäb. zu ,viederen‘ Pfeile befiedern
Fiedler: BN zu mhd. »videlære« Fiedler, Geiger
Filips (VaN): Kommt von dem männlichen VN Philipp und bedeutet Sohn des Philipp = Philipps (gr. Pferdefreund).
Filsinger: 1) HN nach ON Filzingen (Altenstadt/Iller) <  mhd. »vilz« Moor, Moorgrund; 2) ÜN zu mhd. vilz »Filz; grober oder geiziger Mensch« + VaN-Suffix -inger > Sohn des Filz
Fisch, Fischel, Fischl, Fischer (BN): FN, dessen ursprünghche Träger Fischer oder Fischhändler von Beruf waren.
Firtl nach Viertel mhd. ein Flächenmaß, daher Hofname in Tirol, Vierteler, ein Viertel-Bauer
Fitz (VN): KF zu Viecens < Vinzenz (schlesischer Heiliger) (auch: Fietz, Fi(e)tzke, Fi(e)tzek etc.)
Flammisch: 1) BerufsÜN zu mhd. »vlam(me)« Flamme für einen Handwerker, der mit Feuer arbeitete (z.B. einen Schmied); 2) ÜN nach einem bildlichen Vergleich
Fleckenstein (ÖN): Burg in den Vogesen in Nord-Elsass/Frankreich. Heute in S-Hessen, Odendwald, Spessart, N-Pfalz anzutreffen.
Fleiß (BN): Berufsübername von Fleischer, Fleisch|mann, -hacker, -hauer, -ner < mhd. ,vleiß, vleisch‘ Fleisch; auch Flaiß, Fleißner
Fleischhacker
(BN): Bezeichnung für den Metzger oder Fleischhauer. In ganz Deutschland weitverbreitet.
Follath, Vollath (PN): < Vollandt < Vollant < Vollat < germ. PN, der von Volkenand > Volk-nand ,im Volke kühn‘ ableitet wird.
Folmeg (VN): geht auf Volkmar (im Volke beliebt)> Vollmar > Follmar > Folm + VN-Suffix -eg zurück.
Fodermayer (BN): Vordermayer > der Besitzer oder Verwalter des vorderen Mayerhofes
Frank (HN): Volksname der Franken, z. T. auch Vorname
Franz, Frantz (VN): nach dem heiligen Franciscus von Assisi
Frech (ÜN): Vom mhd. »vrech« (= kühn, keck, verwegen, lebhaft) abgeleiteter Eigenschaftsname. In SW-Deutschland u. a.
Freislebeben jemand, der ein freies Leben führt.
Frenkel (HN): obd. Franke
Frey: der Freie im Gegensatz zum Hörigen (Unfreien). In ganz Deutschland weitverbreitet.
Frischmann (KF): meist Koseform zu Friedrich (auch: Frisch)
Fritz (PN): < obd. KF zu Friedrich; ung. Schreibung. Fricz
Frühwirt(h): BN, früh aufstehender Wirt
Fuchs: Teils schlau wie ein Fuchs, teils »rothaarig«, teils Hausname: In Süddeutschland ist es heute noch üblich, daß bestimmte Häuser am Giebel mit Tier- oder sonstigen Figuren geschmückt werden (wie Hirsch, Ochs, Storch, Fuchs). In ganz Deutschland weitverbreitet.
Fügenschuh: BerufsÜN in Satzform (»gestalte/füge den Schuh zusammen«) für einen Schuster.
Fuhrmann (BN): vom Mittelalter bis zum 20. Jh. verbreiteter Beruf v. a. mit Pferdefurhwerken; Mensch, der Waren transportierte.
Fürcht (ON): ON Fürcht > FN ohne Endung; event. auch ÜN Fürcht für einen ängstlichen Menschen
Fürst (BN): wohl im Dienst eines Fürsten (ähnlich Herzog) stehender Mensch oder unehelicher Nachkomme von einem solchen
Gackstatter : ON oder örtlicher Name (ÖN) Gackstatt; (< obd. = mhd. ,geck‘ albern, töricht)
Gänsler : BN Gänsezüchter; Ableitung: von Gans > Gäns(el), -lein
Gansperger (ON): ON oder örtlicher Name (ÖN) Gansberg
Gebauer: BN oder ÜN zu mhd. gebur(e) »Miteinwohner, Mitbürger, Nachbar, Dorfgenosse, Bauer«
Gebel (ÜN): mhd. ,gebel‘ Schädel (Giebe); auch Gäbel > Mensch mit einer charakteristischen Kopfform
Geber (VN): verschliffen aus PN Gebhard (~ Gerbert, Gebers)
Geisler (PN): aus Giselher, Giseler hervorgegangen (Name des jüngsten Bruders Kriemhilds in der Nibelungensage)
Geißbühl (ÖN): nach der Wohnstätte am Geißhügel, ein Hügel, wo Ziegen geweidet wurden.
Gelbmann (ÜN): ~ Gehlha(a)r < ein Mann mit gelben, d. h. blonden Haaren
Genzelmann (BN): ein zusammengesetzter FN: Gänsel + Mann > Gänse|züchter, -händler, -hirte, wobei Gänsel/Gansel im Oberdeutschen Gänsekücken, junge Gänse bedeutet. ~ Gansmann, Gänsler, Gansler
Georgi (PN): VaN Georg + patronym. Suffix -i [lat. Gen.] > Sohn des G.
Gerescher (VaN): vermutlich Patronym zu Gers(ch) (Gerhards Sohn) + patronym. Suffix -er
Gerteis(en), Garteis(en) (BN): zu mhd. gart-îsen ,Stachel, Treibstecken‘ > Schmiedenamen
Gerstenbrein (BN): Gerste + bayr. Brein (= Brei) < meint, wie Gerstenkorn, -garbe den Gerstenbauern.
Gi(e)gler (ÜN): von Giegel = Narr. Mit -i- und -ie- geschrieben in ganz Deutschland weitverbreitet.
Gießwein: 1) Gößwein < Goßwin < germ. PN ,gôß‘ = gauta (Volksnamen der Goten) + ,win‘ (Freund); 2) ON Gößweinstein (Franken); Geßwein (Schwaben); 3) BN ,Weineingießer‘ (Mundschenk: für Getränke verantwortlicher Hofbeamter auf Fürstenhöfen); Heute sind Geß- und Gießwein als FN in ganz Deutschland verbreitet.
Gisch, Giesch: KF zu Giese, das wiederum aus dem alten deutschen Rufnamen Giso (gisal: einstämmige Ausgangsform) hervorgegangen ist. Wird auch als Kisch geschrieben.
Glas (BN): Glasmann, -händler
Glasenhardt (ÜN): < der kühne Klaus < zusammengesetzter Name: Glasen (< Klasen, Claasen < Patronym zu Klaus) + Hardt (kühn, mutig)
Glaser (BN): Glaser, Glashändler, -hausierer
Glattfelder (ÖN): vermutl. jemand, der am Glattfeld wohnt. (< glatt = schlicht)
Glatz (ÜN): Glatzkopf, Mensch ohne Kopfhaare
Glitsch, Glitscher, die Glitsche (BN): mhd. "glitze" Spieß > Glitsch-Schmied, d. h. Schmied, der solche Spieße, Lanzen usw. herstellte.
Glöckler, Glöckner (BN): mhd. ‘glockenære, glöckeler‘ Glöckner
Glück: ÜN zu mhd. ‘g(e)lücke‘ Glück, Geschick, Zufall; Geschickter Mensch
Gnam(m), Gnann (obd.): mhd. ,gnanne, gename‘ Namensbruder, Verwandter
Gogl (ÜN): ~ Gögl, Gogler; mhd. ‘gogel‘ ausgelassen, ‘gogelen‘ Possen treiben > Possentreiber, Spassmacher
Gögl (ÜN): ~ Gogl, Gogler; mhd. ‘gogel‘ ausgelassen, ‘gogelen‘ Possen treiben > Possentreiber, Spassmacher
Goldschmidt (BN): Goldschmied
Gölz, Gölzer (BN): auch Gelzer < 1) obd. für Schweineschneider, Kastrierer; Gölz ist die Kurzform zu Gölzer; 2) ev. auch HN nach den ON Gölzdorf, Gölzenau
Gottfried : ein beliebter germanischer Taufname des Mittelalters; aus got + fridu gebildeter FN
Gottschall (VN): Seit Einführung des Christentums ein beliebter VN. ~Gottschalk, schles. Gottschling, Gottschlich, obd. Gottschald, Gottschall: „Gottesknecht“
Gottschling (VN): schlesische Form zu Gottschall
Gottwald (VN): mundtartliche Form zu Got-bold, um 1200 ostfrk.-thür. beim Adel beliebter VN
Götz (VN): Koseform zu dem männlichen Vornamen Gottfried. Weitverbreitet in ganz Deutschland.
Graner 1) ? ON Gran 2) eventuell mundartliche Form von Greiner
Greger (VN): ndd. Gregor, der heiliger Gregorius (gr.,der Wachsame’)
Grein (ÜN): mhd. grin = lautes Geschrei > obd. greinen (schimpfen, schreien) >  Greiner, ein Mensch, der viel schreit (Schreihals). Siehe auch Krein.
Greschke (VN): slaw.-plon. Gregor
Grimm (ÜN): mhd. ‘grim‘ grimmig > ,grimmiger‘ Wüterich > ÜN für unfreundliche, grimmige Menschen
Grob (ÜN): leitet sich von grob, derb ab. Vermutlich kommt der später auftauchende Familienname Grof auch von Grob, da das b im Volksmund oft als w gesprochen wird, so daß aus Grob > Grow > Grof wurde. Der erste Grob wanderte 1733 ins Nachbardorf – Tolnau – ein. Die Grofs kamen im 20. Jh. von dort nach Tarian. Anzutreffen in Bochum, Bottrop, Essen, Herne, Solingen, Mannheim, Konstanz.
Grof, Graf: Aufsichtsbeamter mit Gerichtbefugnissen, Verwaltungs-beamter,Vogt, Aufseher, mitunter auch nur im Dienste eines Grafen Stehender (> Grob). Heute anzutreffen in Kaiserslautern, Bad Kreuznach, Esslingen, Sigmaringen, Mannheim, München, Hannover, Düsseldorf und Berlin.
Grosch: ÜN zu mhd. »gros, grosse« Groschen (s. bei Gröschl)
Gröschl (BN): obd. Groschen, Gold- oder Silbermünze; inderekter BN: Jemand, der mit Geldeinnehmen zutun hat. Mit -el geschrieben heute anzutreffen in Erlangen, München, Regensburg, Nürnberg, Karlsruhe und Hamburg.
Großmann (ÜN): Ein großer Mensch. In ganz Deutschland weitverbreitet.
Grosschmid (BN): zusammengesetzt aus Groß (ÜN, großer Mensch) + BN, Schmied
Gruber:Meint den in einer Grube Wohnenden (z. B. Lehmgrube)
Grund, Grundner: 1) WN zu mhd., mnd. grunt »Niederung, Talgrund« für jemanden, der im Tal wohnte. 2) HN zu dem häufigen ON Grund (Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Schlesien, Österreich)
Grünwald:HN zu den häufigen ON Grünwald (Bayern, Baden-Württemberg, Schlesien)
Gschöpf = ? Schöpf: oberdeutscher Amtsname zu mhd. scheffe, schepfe »beisitzender Urteilssprecher, Schöffe«, fnhd. schöpf »Schöffe«
Gund(e) (VN) weibl. VN, KF von Namen, die mit »Gund-«/»Gunt-« oder »-gund[e]« (zu ahd. gund »Kampf«) gebildet wurden.
Gund(e)l (VN): obd. KF zu Gundram, Gundolf, Grundhart; ahd. Gund-ila > Gund(e)l
Gundelach (PN): german. PN, < ,gund‘ Kampf + ungeklärtes Zweitglied; auch Gundlach, Gundlack, Gundloch, in Ungarn: Gunderlach
Gutermuth: ÜN für einen stets zuversichtlich gestimmten Menschen (zu mhd. »guot« gut und mhd. »muot« Gemüt, Gemütszustand, Gesinnung)
Guoth (ÜN): wohl eine Variante von Guth = Gutmann
Guth (ÜN): mhd. guot ,tüchtig, brav, gut, von gutem Stande, freundlich, vornhem
Gutmann (ÜN): Im Mittelalter eine Ehrenbezeichnung für einen freien, ritterbürtigen Mann, auch Lehnsmann.(auch: Guttmann)
Haag: 1) Oft anzutreffender ON Haag, Hag; 2) ÖN zu mhd. »hac« Dorngesträuch, Gebüsch, Einfriedung, mhd. »hagen« Dornbusch, eingefriedeter Ort, mnd. »hage(n)« Hecke, lebender Zaun; danach eingehegtes Grundstück
Haas (ÜN): 1) < Mensch mit Haseneigenschaften; 2) < z. T. auch Hasenjäger (auch: Has, Haase) 
Haberfelner (ÖN): Wie Haber(er), Häberle, Häberlein, Haberland, Haberkampf ist auch Haberfelner ein örtlicher FN, d. h. er weist auf die Wohnlage am Haferfeld (ndd.-westf. Haverkamp) hin.
Hack (BN): < md. ,hocke, hockener, hocker‘ < mhd. ,hoke, hoken, hoker, hake‘ Kleinhändler, Höcker, Krämer (auch: Hackmann, Hocke, Hokemann)
Hackspacher (ÖN): ndd. Flurname < hack, hach ,Schmutz‘ + -bach < jemand, der an einem schmutzigen Bach wohnt.
Hadl, Hadel (BN): Ziegenhalter, -händler < obd. ,Hettel‘ Geiß, Ziege
Häffler, Haeffler (BN): Hafen, Haff = Topf, Häfe(r)l, Häffel = kleiner Topf, Becher > Häffel-Hersteller; siehe auch: Heffler, Heffner
Hagedorn (ÖN): ndd. Dorngebüsch, -hecke < nach der Wohnstätte an einem Dorngebüsch
Haidel ~ Haidle, Haidlen wohl KF zu Haidolf (Haidloff) bzw. Heidenreich
Halbbauer, Hall-, Halbauer: Standesname zu mhd. »halp« halb und mhd. »bure« Bauer für einen Bauern, der nur ein halbes Gut bewirtschaftete oder der als Pacht die Hälfte des Naturalertrags zu geben hatte.
Haller (ON): 1) ON Hall; 2) Münzname Heller < nach der Prägungsstätte Schwäbisch-Hall
Hambuch (ÖN): 1) Nach Anton Mayer, Heimatbuch Závod in der Tolnau (S. 70) leitet sich der FN Hambuch in Mucsi von dem ON Haimbach ab. 2) Ham (Sumpf) + Buch (Buche) > am sumpfigen Buchenwäldchen Wohnnender;  ? = Hamburg (ON): Sumpfburg an der Unterelbe
Hamann: zusammengezogene Form von Hahnemann (auf Johannes zurückgehender FN)
Hammer (ÜN): Schmied. Häufig in ganz Deutschland.
Handl (BN): obd. Händler. In ganz Deutschland weitverbreitet, besonders aber im S.
Hans, Hansel (VN): KF zu Johannes
Hantken (VN): ostmd.-schles. KF zu Johannes
Hardy (VN): KF zu Hardewig (Hartwig) < ,kühner Kämpfer‘
Harrach (ON): ? ON Harrbach
Hart, Hardt mehrfacher Herkunft 1) meist mnd. ,hert' Hirsch; 2) z. T. auch ,Hirte' (herde, harde)
Hartdegen, Hardegen (ÜN): ndd. Herdegen, Heerdegen; altdeutsch-fränkischer PN (Thüringen, Franken); mhd. Degen = junger Held; nd. Haudegen. In ganz Deutschland weitverbreitet.
Hartenstein: Ortsnamen (Sachsen, Bayern, Österreich, Ostpreußen)
Hartmann (ÜN): -hard bedeutete ursprünglich »kühn«, ein mutiger Mann. In ganz Deutschland weitverbreitet.
Hasenfratz (ÜN): In N-Deutschland bedeutet »fraatz« Fresser, Vielfraß; daraus folgt: Hasenfresser, einer, der viel Hasenfleisch aß. In der Schweiz und am Hochrhein verbreitet. Von dort sollen auch die H. nach Werischwar und von dort über Saar nach Tarian gekommen sein. Heute noch in S-Schwarzwald häufig, aber auch sonstwo anzutreffen. Mehr >>>
Hau (obd.). Besitzer eines Hauses oder Holzschlages; Hau ist ein Begriff aus der alten deutschen Waldwirtschaft. Früher war der Gemeindewald in Haue oder Holzschläge eingeteilt. Häufig in SW-Deutschland u. a.
Hauck, Haug 1) (ÖN) mhd. houc ,Hügel‘ > am Hügel Wohnender; 2) schles.-sächs.-fränk. Form von Hugo
Hausknecht (BN): Knecht, Geselle, der im Haus beschäftigt ist. Weitere Formen: Schmiede-, Tuch-, Ackerknecht u. a.
Häusler: Standesname zu Besitzer eines kleinen Hauses mit oder ohne Feld
Hausmann: Standesname oder Amtsname zu mhd. »husman« Hausherr, Hausbewohner, Mietsmann; Burgwart, der auf dem Wartturm wohnte, mnd. »husman« Hausmann; Bauer; Verwalter einer Burg, Turmwächter
Heffler, Heffner (BN): Töpfer < südd., österr., schweiz. ,Hafen‘ Topf (auch: Hefner, Häfner, Havner, Hawener u. a.); siehe auch: Häffler
Hege (ÖN): ~ Hag, Häge > Dornbusch, Hecke, Hag > am Häge Wohnender. In S-Deutschland oft anzutreffen.
Heidinger (ÖN): 1) Vermutlich Bewohner einer Heide oder eines Ortes in der Heide. Häufig in S-Deutschland, aber auch anderswo; 2) Sohn eines Heiden < ? VaN zu Heide (Nichtchrist, Ungetaufter, Religionsloser) + VaN-Suffix -inger
Heidrich (VN): sächs.-thür.-frk. VN He(i)drich < Heidenrich < Heidenreich
Heigl (obd.-bair.) = Heugel, Heugle, Hügle, Hügli = Hugo: KF von Hug-bert = Hubert (s. u.)
Heil, Heile (VN): wie Heilmann KF zu Heinrich.
Heilmann (VN): beliebte KF zu Heinrich. In ganz Deutschland weitverbreitet.
Heimann (VN): auch Heymann, = Heinemann = Heinrich
Heimbuch: ÖN Wohnort am Heimbuch (Heim in einer buchenreichen Gegend)
Heimer (VN): 1) Patronym auf -er zu Heim; 2) KF von RN wie Heimbert (heim + beraht) u.a.
Heine(c)k (VN): Heinecke, Heinicke = ndd. KF zu Heinrich
Heinemann (VN): s. Heimann
Heinzelmann (VN): KF zu PN Heinrich < Heinz/Hainz < Hein(t)ze < Heinzel < Heinzler (Patronym zu Heinz) < Heinzelmann
Heiser (ON): < Heuser < Häuser < Herkunft aus einem der vielen Hausen-Orte
Heißler (ÜN): Besitzer eines Tagelöhnerhäuschens mit wenig oder keinem Feld; auch Häusler, Heusler, Hüs(s)ler
Heitecker (ON): (obd.) auch Heidecker, Heidegger > aus Heideck (z. B. Oberpfalz) bzw, Heidegg b. Zürich
Heitzmann, Heizmann eine Variante von Heintz/Heinz (Heinrich) kombiniert mit dem Suffix -mann
Hell (ÖN): Helfenbein (BN): meint den Elfenbeinschnitzer < Handwerker, der die Stoßzähne (= Elfenbein) des Elefanten verarbeitet. < mhd. ,helphant‘ Elefant
mhd. ,hell‘ Hölle > nach der Wohnstätte in einer wilden abgründigen Gegend (~ Helle, Hellmann)
Heller (ÜN): obd./md. Münzname > Münze aus Schwäbisch-Hall (seit 1208) > Haller - Heller
Heng(e)l (ÜN): mhd. ‘hengel‘ > obd. Hengel, Henglein = Henkel, Haken, Hängsel > ? ÜN Töpfer
Henger (BN): 1) 14. Jh. Hengker < ÜN zu mhd. ,henker‘ Henker; 2) Z. T. auch patronym. Form zu KF Henk(e) < Heinrich; Hat nichts mit dem ung. Wort ,henger‘ Walze zu tun.
Hen(t)ze (KF): wie Hintze, KF zu Heinrich > VaN Henzer
Hepp (ÜN): wie Happ, Heppe, Heppel, Hepp(l)er ÜN des Winzers oder Weinbergarbeiters < mhd. ‘hepe, heppe, happe‘ (krummes) Winzermesser
Hergenröder (VN): 1) verm. Herger (s. u.) + Röder (PN ahd. ‘hruod-heri‘ = Ruhm + Heer bzw. ON oder ÖN Rod, Röda); 2) Herchenröder, Hergenröther: aus Herchenrode bzw. Hergenroth/Hessen
Herger, Hergert (BN): obd. FN, ‘Heri-ger‘ meint den Speerkämpfer im Heer.
Herlet(t) (BN): Lässt sich auf das german. Hariowald ,im Heere waltend‘ zurückführen.  Daraus leiten sich auch die FN und VN Herold/Harald ab. Herl(e)t ist frank/thüring. Ursprungs.
Hermann (VN): wie Herrmann, Hörmann (bay.) oder Hiermann (österr.) berühmter altd. PN
Herr (BN): (obd.) im Dienste eines Herrn stehend, daher auch Bauernname. In ganz Deutschland weitverbreitet. 
Hertlein, Härtlein (VN): KF zu PN Hartwig, Hertwig, Härtwig (‘kühn im Kampf‘)
Her(t)z (ÜN): Mann mit Herz (Manherz, Manhart)
Herzig (ÜN): ostmid.-schlesische Variante von Herzog
Herzmann: vermutlich aus Herz (KN zu Hartwig) + -mann entstanden, wobei -mannursprünglich eine kosende Funktion hatte (ähnlich Karlmann, Hinzmann oder Tillmann). Gelegentlich wurde -mann mit patronymischem Charakter an Rufnamen angefügt.
Herzog (ÜN): Name von Adligen, auch als Bauernname für Bedienstete oder Abgabenpflichtige eines Herzogs
Hessing (ON): FN, der von einem verm. ausgestorbenen ON Hessing(en) abstammt.
Heßler (ON): Herkunftsname zu den Ortsnamen Hasel, Hesel, Heßlar, Heßler, Häßler (Thüringen, Franken, Westfalen, Hessen). Heute in ganz Deutschland weitverbreitet.
Hetz(e)l (VN): obd. KF zu Hermann
Hetzmann: ÜN zu ‘hetzen, jagen‘ > Wildtreiber, Jäger; KF zu Herrmann
Hewer, Heber: 1) BN zu mhd. heben »heben« für den Lastenträger; 2) ÜN zu mhd. heber »Taufpate«; 3) Vereinzelt Herkunftsname zu dem Ortsnamen Heber (Niedersachsen)
Hickel (VN): Hick(e), Hick(e)l usw. kam im böhmisch-mährisch-sächsischem Raum um 1300/1400 als VN vor. Vermutlich KF zum tschech. Hinek (dt. Heinrich).
Hild (PN): Wie Hildt, Hilt, Hiltl, Hildemann, Hiltmann eine KF zu den PN Hildebrand, Hildebrecht.
Hiller: schles.-sächs. KF zum germanischen Rufnamen Hildegund
Hilmer: obd. verschliffen aus Hilmeier, Hillmeier, Hillenmeyer wie Hüllmayer - Hüllweber, Hüllenkremer enthalten mhd. "hül, hülle" Kopftuch, Schleier.
Hilpert, Hilbert (VN): Althochdeutscher PN Hildebrecht (= im Kampfe glänzend). In ganz Deutschland weitverbreitet.
Himmel, Himmler 1) ON Himmel (Niedersachsen, Holstein, Westfalen). 2) Wohnstättenname Himmel: Flurstücke in höherer Lage
Hirmann (PN): mundartliche Variante zu Hermann
Hirsch: 1) Hausname: im Hause zum Hirschen wohnend; 2) ÜN: flink, schnell usw. wie ein Hirsch; 3) BN: Jäger; weitere Formen: Hirschel, Hirschle, Hersch, Herschel, Hir(t)z, Hirzel
Hirschler (ÜN): Eine Form des ÜN Hirsch (s. Jelinek). Nach dem Hausnamen «Zum Hirschen» oder nach bestimmten Körpermerkmalen entstandener FN.
Höbaus, Höbauß (ÖN):  Wahrscheinlich vom moselfränkischen »Baus« = Hügel Beule (Pausbacke = dicke Backe); hö(ch) = hoch > hoher Hügel = auf einem hohen Hügel Wohnender. Kommt in Deutschland nicht vor, aber im Burgenland/A.
Hock(e) (BN): obd.-md.-schles. auch Hucke = Höker, Kleinhändler, Krämer
Hodapp (ÜN): Hängt mit dem Begriff »däppisch« zusammen. Häufig in N-Schwarzwald, aber auch im übrigen Baden-Württemberg.
Hofer, Hoffer (BN): = Hofherr (s. u.)
Hofherr (BN): Hofbesitzer, Hofbauer; > Hofer, Hoffer
Hofmann, Hoffmann (BN): Früher Gutsverwalter an herrschaftlichen Höfen (ähnlich Mayer), auch auf Landgütern von Patriziern. Sehr häufig in ganz Deutschland.
Ho(h)mann (ÜN/ÖN): ÜN nach hoh > der Hohe, Vornehme, Stolze; ÖN nach einer hochgelegenen Wohnstätte (auch: Homan)
Hollenberger (ÖN): Nach der Wohnstätte am Hollenberg, d. h. auf einem Berg mit Holundersträuchern. Denkbar wäre auch eine Herleitung von Hohl, Hohlweg. V. a. im Großraum Würzburg anzutreffen.
Hommer (PN): friesischer PN; Vollformen: Hommer(s), Hummer(s), dazu noch die KF Homm, Hommen, Hommes
Honig: ÜN nach dem BN des Imkers
Horger (Württ.): ON aus Horgen bei Rottweil
Horn: Meist Flur- (ÖN) oder ON, vereinzelt auch Hausname
Hornung: ÜN zu mhd. ,hornunc‘ Februar (Patronym zu Horn = Januar), wahrscheinlich nach einem Zinstermin
Hornyak, Hornack (BN): wendisch-tschechisch »Berger« = Bergmann (?) > Huj. Beide Formen treten in ganz Deutschland auf.
Höß: ~ Heß; einer, der aus Hessen stammt.
Huber (BN): Bauer, Besitzer einer Hufe oder Hube (Hofstätte mit ca. 10 ha Ackerland). Anzutreffen v. a. in S-Deutschland.
Hubert: nach St. Hubertus, Patron der Jäger, rheinischer Heiliger, Apostel der Ardennen
Hucker: Berufsname zu mhd. hucke »Höker, Kleinhändler«
Huj, Huy (ÖN): 1) Der Huywald dem Harz im Norden vorgelagerter, bewaldeter Höhenzug, Benediktiner Kloster Huyburg auf der Höhen des Huywaldes; 2) Im Saarland vorkommender Familienname – als Houy/Huy geschrieben –, eventuell abzuleiten von frz. »houille« = Steinkohle > BN Bergmann. 3) Stadt in Belgien (Huy) südwestlich von Lüttich. 4) ÜN zu sorb. ‘huj, wuj‘ Onkel, Vetter, Oheim. Als Huy und Houy geschrieben häufig im Saarland und im westlichen Deutschland; mit -j geschrieben v. a. in Baden-Württemberg und Bayern.
Hummel (ÜN) = Hommel, ÜN, unruhiger, aufgeregter Mensch
Hunger (HN): aus Ungarn stammend oder jemand, der mit Ungarn geschäftliche Beziehung unterhält; auch Hungermann, Unger
Hunwald (RN) ~ Hunold: aus dem gleich lautenden deutschen Rufnamen (hun + walt) entstandener FN.
Hutter (BN): Huter: zu mhd. huotære ,Hutmacher‘. Eine sichere Trennung von Hüter ist nicht immer möglich.
Hutwangler (ÖN): Jemand, der am Hutwang wohnt. Hutung = dürftige Weide, Hutweide = Gemeindeweide, -wang = Wiesenhang
Igler (ON): nach dem ON Igel bei Trier und Kulmbach/Franken
Imelli (VN): Koseform zu dem männlichen Vorname Immo. In ganz Deutschland nur viermal (Mainz, Aachen u. a.) anzutreffen.
Imgrund: nach der Wohnstätte »Im Grund« (einer Senke)
Imhoff: nach der Wohnstätte »Im Hof«
Iseli, -y (BN): KuF von Eisenhändler/Schmied. Kommt heute in Baden-Württemberg vor (Weil der Stadt, Leonberg, Ettlingen u. a.). Siehe auch Eisele, Eiser!
Ising: 1)Patronym zu dem deutschen Rufnamen Iso (isan): Is + -ing; 2) ON Ising am Chiemsee (Bayern)
Jäckel: aus einer Koseform von Jakob mit -l-Suffix entstandener FN
Jantner (PN): VaN zu Jan + -(t)ner > Sohn des J. < Jans/Jantz < Johans, Johannes
Jacob|i, -y, Jakob|i, -y (PN): VaN zu Jacob, Jakob [lat. Gen.] > Sohn des J.
Jelinek, Jellinek, Jelli (?) (ÜN): Slawisch »jelen« = Hirsch > hirschähnliche Erscheinungsform oder Jäger. Heute in Baden-Württemberg und Bayern u. a. anzutreffen.
Jurasek [‘jurašek] slaw. VaN zu Jura|sch (KF zu Georg)
Just 1) Aus einer verkürzten Form von Justus (1.) entstandener Familienname. 2) Ist die mundartliche Form von Jost (St. Jodocus = keltischer Name)
Justin 1) m. VN. lateinischen Ursprungs, Weiterbildung von Justus; 2) ON in Pommern
Kahler: ÜN, der Kahlkopf
Kahn (BN) = Kahnschiffer, Bootsfahrer, In ganz Deutschland weitverbreitet.
Kailbach, Keilbach
(ÖN): Anscheinend ein am Bach wohnender grober (?) Kerl. Mit -ai- und -ei- geschrieben v. a. in N-Baden u. a. vorkommend.
Kaindl, Keindl (VN) = Kuenel, Koseform Kainradl = Konrad (bedeutet: der weise Ratgeber). Vor allem in Oberbayern anzutreffen.
Kaiser (ÜN): FN auch von Bauern, die irgendetwas mit dem Kaiser zu tun hatten, sei es, dass sie nur bei ihm dienten.
Kaltenbach: < ON Kaltenbach
Kaltenecker (ON): < ON Kalteneck (Kr. Passau)
Kammer (BN): Aus obd. Kammerer (= Kämmerer)
Kampfmüller (BN): Aus Kampf (= Kämpfer) und Müller zusammengesetzter FN
Karl (VN): Name des Kaisers Karl d. Gr. (eigentl. Kerl, freier Mann); Zur Zeit der Karolinger beliebt als Fürsten- und Adelsname.
Karch (ÜN): 1) mhd. ,karrech, karch‘ Karren, Wagen > Fuhrmann; 2) mnd. ,karch‘ listig, sparsam
Karsch (ÜN): mhd.,mnd. ,karsch‘ munter, frisch
Kaser: BN des Käsers, des Käsbauern
Käsmann, Keßmann (BN): Käsehersteller, -verkäufer
Kauder(er) (BN): auch Kuder(er) < Jemand, der Kuder (Werg = Hanf-, Flachsabfall) verarbeitet.
Kaufmann: BN zu mhd. »koufman« Kaufmann, Verkäufer, Käufer
Kegel (BN): 1) Kegelspieler, Kegler, Kegelschieber; 2) ÜN, ungehobelter Mensch; 3) ÜN, uneheliches Kind
Kehl: 1) ON (Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen); 2) ÖN nach einem Wohnort in einer Senke, Schlucht
Kehner (KF): Köhn > Köhner etc. ndd. KF zu Konrad
Keil (ÜN): ‘Keil, Pflock‘ > Grobian (s. auch Kailbach)
Keller (BN): Kellner, Kellermeister
Kempf (BN): obd. Kämpf, bair. Kempf, Kömpf, Kämpfl, Kempfle: "Zweikämpfer" (von Beruf: gerichtlich oder auf Jahrmärkten)
Kempler (BN): vermutlich eine der vielen Formen von Kämpfer
Kerling (HN): 1) VaN zu Kerl; 2) mhd. auch ,Karlinger‘ Franzose < Kerlingen = Frankreich; 3) ON Carling/Lothringen
Kerner (BN): obd. Kerner: Karren, Wagen > Kärrner > Kerner = Karrenfuhrmann; Hat also nichts mit dem Kern (Samen einer Pflanze) zu tun, d. h. ist die madjarisierte Form Magvas falsch!
Kessler (BN): < Kesselschmied, Kupferschmied
Kiefer (BN): obd.-schles. für Küfer < Hersteller von Kufen (= große Holzgefäße, v. a. für Wein) (auch: Küffner, Kiefner, nordrh. Küpers, Küpper)
Kienöfner (BN): < Kienofenbauer: Kien = harzreiches Kienholz (v. a. Kiefer und Fichte) + Öfner = Ofensetzer, -bauer
Kieselbach(ÖN): jemand, der an einem Kieselbach wohnte
Kindl : mhd. "kindeln, kindel" Kindlein, Jüngling
Kiprich (PN): ~ Cziprich < alter PN Zieprecht, Zyprecht = Siebrecht (Sigbert)
Kirchknopf: zusammengesetzter FN aus Kirch + Knopf: Knopfmacher, der in der Nähe der Kirche wohnte.
Kirschneider (BN): vermutlich aus Kirschner und Schneider entstandener FN.
Kirschner(BN) = Kürschner, d. h. Pelzverarbeiter, Pelzer
Kisch siehe Gisch
Kissler (ÜN): mhd. > obd. BerufsÜN Kistner > Kistler > Kissler = Tischler, Schreiner
Kist (VN): Kist < Kirst < Kirsten, Kirstan, Karsten, Kersten < KF zu Christian
Kitaibel (ÜN): österr. Ki = Küh(e) + obd. Teifel, Deifel, Deibel, Taibel = Teufel > Kühteutfel > Kitaibel (Spottname für Viehbauern)
Klausenberger (ÖN): Ein am Klausenberg Wohnender; Klause = Einsiedelei; Zwei in ganz Deutschland (Georgensmünd, Rednitzhembach).
Klein (ÜN): Bezeichnung für kleinwüchsige Menschen. Sehr häufig in ganz Deutschland.
Kleininger (ÜN): < ein guter Mensch < kleiner Engel < zusammengesetzt aus Klein + Inger (< bay./schweiz. Inger, -l = Engerl, Engerling); In Deutschland kommt der FN 27-mal vor (Bayern, Berlin und Baden-Württemberg). In Württemberg gibt es auch einen Ort namens Kleiningersheim (OT von Ingersheim).
Klemm (ÜN): Ähnlich wie Klemme ein obd. FN < mhd. ‘klem‘ eng, knapp > Jemand, der zu enge Schuhe oder Kleider trägt.
Klenk (ÜN): 1) obd., vor allem schwäbischer Familienname zu mhd. klengen, klenken »klingen machen, tönen, (Lob, ein Gerücht) verbreiten« für einen lauten, redseligen Menschen
(auch: Klenker, Klenkler). klengen Nadelholzsamen gewinnen > KlengenanstaltDarre zur Gewinnung von Nadelholzsamen > Name eines hier arbeitenden Menschen oder des Besitzers Klinge = Schlucht mit rauschendem Bach > Kling(er), Klingner, Klingmann, Klin(c)k, etc.
Klett, Klettner: ÜN zu mhd. klette »Klette«, übertragen für einen aufdringlichen oder auch zähen, zielstrebigen Menschen
Kligl (ÜN): obd. Variante von Klug(e), Kluger; auch Kliegel, Klügel < der Kluge, Gewandte, Gescheite
Klinghammer (ÜN): ÜN des Schmiedes
Klinge(r) (ÖN): Häufig in S-Deutschland, Bewohner eines Hauses an einer Gebirgsschlucht mit Bach. Sehr häufig in ganz Deutschland.
Klotz (ÜN): die Gestalt eines Menschen betreffend < mhd. ,kloz‘ Klumpe, klumpige Masse
Klute, Kluth: 1) ÜN zu mnd. klut »was sich zusammenballt, Erdscholle, Klumpen«, übertragen für einen groben Menschen; 2) WN zu mnd. klut »Erdscholle, Klumpen« der für jemanden, der neben einem Erdhügel wohnte.
Knab(e) = Knapp(e)
Knaller 1) ÜN für ? Knallkopf (verrückter Kerl; 2) ? Polterer, Lärmer
Knapp(e): 1) Standesnamen oder ÜN zu mhd. ,knappe‘ Knabe, Jüngling, Junggeselle; Dorfbursche; Knecht, Geselle; 2) HN zu dem ON Knapp (Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bayern)
Knaus (ÜN): knûs keck, hochfahrend > ein aufbrausender Mensch
Knecht (BN): wie Knabe, Knappe auch = Geselle, Gehilfe
Knipl, Knüppel (ÜN): = obd. Knüttel > ein kräftiger Junge > grober Mensch
Knobloch(ÜN): Gärtner oder Knoblauch-Händler
Knodel: ÜN zu mhd. knodel, Verkleinerungsform von knode, knote »kleiner Knoten; Kloß als Speise« für einen groben, derben Menschen
Knoll (ÜN): alter Bauernname < grober, plumper Mensch < Knoll(e) = Erdklumpen
Knolmar (ÖN): ist eine ,verschliffene‘ Form von Knolmajer, Knolmayer. Eine ähnliche Form ist z. B. auch Stegmar, das aus Stegmayer entstanden ist. Bis 1946 kam der FN in Torbágy/Kleinturwall vor. Da das Vorkommen in Deutschland heute auf wenige Orte (v. a. Herbrechtingen und Umgebung) beschränkt ist, kann vermutet werden, dass es hier um die Nachkommen der vertriebenen Ungarndeutschen handelt. Demnach müsste aus Knolmayer Knolmar erst in Ungarn entstanden sein. Dasselbe gilt auch für Stegmar aus Német-Szögyén/Deutsch-Södjen (h. Svodin/Slowakei).
Knolmajer, Knolmayer (ÖN): meistens Bauernname, zusammengesetzt aus Knoll(e) > Knol als Dialektform für Hügel + Mayer (s. dort) > am Hügel wohnender Einzelhofbauer; In Deutschland ist er heute v. a. in Unterfranken verbreitet, von wo er im 18. Jh. nach Hárskút (Lindenbrunn) im Bakonyerwald/Ungarn kam. Hier und in der Umgebung - aber auch in S-Transdanubien - kommt er heute noch oft vor. 
Knopf : Kleiner, runder Kerl (ÜN) oder ein Knopfmacher (BN). In ganz Deutschland weitverbreitet.
Knopp 1) = Knopf; 2) ? mundartl. für Knapp
Koblenz (ON): Der erste Träger dieses Namens stammt aus der Stadt Koblenz, wo die Mosel in den Rhein mündet. Sehr häufig in ganz Deutschland.
Koch (BN): zu mhd. koch »Koch«; Herkunft des Wortes aus dem Lateinischen (lat. coquus, volkslat. cocus, lat. coquere)
Kolber: 1) aus dem ÜN zu mhd. kolbe »Kolbe, Keule als Waffe« für einen rauen, derben Menschen abgeleiteter und mit dem Suffix -er versehener FN; 2) Der »Kolben« war auch der Stab in der Hand des Narren und konnte diesen selbst bezeichnen.
Koller (BN): Köhler, Kohler < Holzkohlenherrsteller
Kölmel (KN): Wohl aus einer zu dem Heiligennamen Koloman (Kollmann) gebildeten KF hervorgegangener FN. Häufig in Baden-Württemberg (Karlsruhe, Rastatt, Ettlingen, Offenburg, Schwarzwald).
König (ÜN): Bauer auf einem königlichen Gut (~ Kaiser, Graf usw.)
Konz KF zu Konrad; ~ Kunz
Kopp 1) Auf die zweite Silbe verkürzte KF von Jakob; 2) HN zu dem ON Kopp (Rheinland-Pfalz, Bayern).
Kornfeld (BN): Bauernname - Besitzer oder Bewirtschafter von Kornfeldern
Kornherr (BN): Verwalter der Kornvorräte; ~ Kornprobst 
Kosmann, Kossmann, Koßmann: 1) vom gr. Rufnamen Kosmas (»geschmückt, wohl geordnet, bedacht«) abgeleiteter Heiligenname > dt. FN. 2) ON Kossa, Cossen, Kossen (Sachsen) + -mann 
Kraft (VN): 1) meist alter VN bei Rittern und Adligen; 2) ? ÜN, starker, vermögender Mensch
Krall (zu slaw. kral, krol = König): einst im Dienste des Königs stehender Mensch. In ganz Deutschland häufig, v. a. aber im N.
Kramer, Krämer (BN): < BN zu mhd. kramære, kræmer, kromer, md. kremer, mnd. kramer, kremer, kromer »Kleinhändler, Krämer«
Krammer (ON): ? < ON Cramme
Kranz (BN): Verkürzte Form des BN "Kranzbinder, -macher". Sehr häufig in ganz Deutschland.
Kranzler (BN): (bayr.-österr.) Kranzlbinder, -macher
Krar (ÜN): < mhd. ,kra‘ Krähe, auch Star, Kranich < ein lauter, streitsüchtiger Mensch
Kras(s) : 1) KuF zu Kraska ÜN zu osorb., tschech. kraska »Schönheit«, 2) zu osorb. kraska »Wiesenschaumkraut«, 3) zu poln. kraska »Mandelkrähe«, 4) Graß: ÖN, im Wiesengelände wohnend
Kratochwil (ÜN): tschech. Kurzweil
Kratz: 1) KoF von Pankratz; 2) ÜN zu mnd. »kratz, mhd. kraz« Kratzwunde, Schramme
Kraus (ÜN): obd. Krauskopf, -haar
Kraut(h) (BN): Berufs-Übername für den Kraut- oder Kräutergärtner; auch: Krautblatt, -kopf, -stengel
Krein (ÜN): Neben der Herkunft von Grein (s. o.) sind v. a. die österr. FN Krein, Krain, Kreiner, Krainer, Krainz wahrscheinlich slaw. Ursprungs ON oder Landschaftsname Krain (s. Krain westl. Slowenien) < slaw. ‘krain‘ Grenze
Kreitner (BN): obd. für Kräutner < ÜN für der Kräuter-, Krautgärtner
Krix (BN): ? Grützenmacher <Kritz = Grütz(e)
Kreschka = Greschke
Kretschmann BN zu fnhd. »kretschman« Schankwirt (vergl. Kretschmar)
Kretschmar/Kretschmer: BN zu mhd. »kretschmar« Schankwirt, slaw. Lehnwort (vgl. osorb. korcmar, tschech. krcmar, poln. karczmarz)
Kretz: 1) KuF von Pankratz; 2) BerufsÜN zu mhd. ›kretze‹ Tragkorb für den Hersteller oder Benutzer
Kretzer: obd. BN, mhd. kretzer ,Einzieher von Gerichtsbußen‘
Kromer (BN): s. Kramer, Krämer
Kronfuß (ÜN): mnd. kran, kron > Krohn (Kranich) > Kronfuß: Mensch mit langen Beinen
Kroo = Kroh(e), md-obd. für Krah(e) = Krähe (mhd. krâ) wie Groh für mhd. grâ ,grau‘
Krüger (ÜN): obd. BN zu mhd. kruoc »Krug« für den Töpfer oder Geschirrhändler.
Krüpp(e)l (ÜN): ein verkrüppelter Mensch
Kuhl (ÖN): an der Kuhl (Grube) wohnend; auch Kuhlmann, Lehmkul, Mergelkuhl, -kaul
Kühn, Kühne, Kuhn (VN): obd. KF zu Kunrat < Konrad
Kungl (BN): < obd. Kunkel, Künkel, Kinkel, Künkler < Kunkelmacher, Spindler < mhd. ,kunkel‘ < mlat. ,conucula‘ Spindel
Kuni, Kuny (VN): 1) germ. ,kuni‘ Geschlecht, Sippe; 2) KF zuw. VN Kunigunde, m. VN Kunrat, Kunibert
Kuntz, Kunz(e), Künzel:KF des altdeutschen Kaisernamens Konrad (Kunrad); ~ Konz
Kupfer (BN): Bezeichnung für den Kupferschmied. Hat nichts mit dem »Koffer« (in den ua-Mundart »Kupfer« zu tun!). Fast in ganz Deutschland, v. a. in München, Nürnberg, Bamberg, Bad Homburg u. a.
Kupper (BN): zu mnd. kuper »Küfer, Küpper, Kuper, Fassbinder, Binder, Binter, Pinter«
Kutsch KuF zu Kutschka, Kutschke: Wohnstättennamen zu poln. »kucza« Verkleinerungsform »kuczka« Zelt, Laubhütte, Krambude, slowak. »kuca« Hütte, Bude